Warum ich mittlerweile mit einer Lumix G9 statt Canon EOS 70D fotografiere

Seit einigen Wochen fotografiere ich spiegellos mit einer Panasonic Lumix G9 und nicht mehr mit der Canon EOS 70D. Über die Beweggründe von einem DSLR zu einem DSLM System zu wechseln habe ich dir noch nicht viel verraten. Das möchte ich in diesem Beitrag nachholen.

Mal eben wechseln – das ist eine Entscheidung, der ich mich lange nicht stellen wollte. Aber diese Entscheidung wurde dadurch forciert, dass ich mir eigentlich eine ganz andere Frage gestellt habe: Wie kann ich meine Ausrüstung, vielleicht sogar Fotografie verbessern?

Und das ganz unabhängig davon, was Verbesserung bedeutet. Für mich war schon lange vor dem Systemwechsel klar, ein weiteres Kameragehäuse anzuschaffen. Mit vielen Fürs und Widers.

70d, 7d, Mark II, Mark III?

Geliebäugelt habe ich immer wieder mit der EOS 7d Mark II. Warum? Mehr Autofokusfelder, schnellerer Autofokus, mehr Bildrate, mehr Puffer und Individualprogramme – um nur mal die Hauptfaktoren zu nennen, wo ich vor dem Wechsel gerne „mehr“ gehabt hätte.

Im Schnitt für den Preis von knappen 1200 Euro. Aber mit folgenden Mankos: Noch mehr Gewicht, noch größere Abmessungen, weniger Usability (z.B. kein Touch, WLAN nur duch Drittanbieterlösung) und das Festhalten an einer immer älter werdenden Technik.

Time to say goodbye: Eine Kiste Canon…

Für einen vierstelligen Betrag möchte ich modernes Gerät und einen gewissen Spaßwert bekommen – Naturfotografie ist weiterhin „nur“ mein Hobby. Und an diesem Punkt habe ich mich gefragt ob DSLR meine fotografische Zukunft sind. Und diese Frage konnte ich für mich ganz klar mit einem Nein beantworten.

MFT als Kompromiss zwischen Preis und Qualität

Spiegellos, das heißt heute im Wesentlichen: Sony, Olympus oder Panasonic. Canons M Serie (APS-C Sensor) hatte bisher ein Nebendasein gefristet und irgendwie spannend fand ich es auch nie. Die Ankündigung Canons ein spiegelloses Vollformat Modell auf den Markt zu bringen ist seit wenigen Tagen bekannt und Nikon hat erst kürzlich mit der Z-Serie (Vollformat-Sensor) vorgelegt – Kritiken hagelt es ja bereits deutlich.

Und an der Stelle will ich dir auch nichts vor machen: Vollformat ist nicht meine preisliche Liga. Das geht genauso wenig wie es in der Vergangenheit erschwinglich war, ein 6oomm f4 anzuschaffen. Dafür ist Naturfotografie mein Hobby, das auch viele weitere Ausrüstungsgegenstände benötigt, die auf die Rechnung zu vielen weiteren Annehmlichkeiten des täglichen Lebens kommen. Blieb also die Wahl zwischen APS-C und MFT.

Um es extrem runter zu brechen: MFT ist der kleinere Sensor mit dem größeren Crop-Faktor. Eine Entscheidung zwischen höherer Bildqualität bei größerem Bildausschnitt und weniger Bildqualität bei kleinerem Bildausschnitt war fällig. Und da mein Fokus auf der Vogelfotografie lag, war diese Entscheidung recht einfach: MFT mit dem Crop-Faktor von 2.0.

Lumix G9: Mehr Rauschen? Weniger Bokeh? Viel mehr Spaß!

Zudem hatte ich während der Entscheidungsfindung die der G9 ähnliche Lumix GH5 in der Hand. Ich war auf Anhieb begeistert und konnte mir einen Wechsel hin zu Panasonic vorstellen. Erst Recht ob der Tatsache, dass Panasonic (Lumix tut das auch) Funktionen und Goodies in seinen Kameras verbaut, auf die ich bei Canon heute noch warte.

So sind z.B. Focus Peaking, Focus Bracketing (und weitere Reihenaufnahmemodi), internes Stacking oder 4k Video-Aufnahmen wenn überhaupt nur per Drittanbieter-Firmware (Magic Lantern) nutzbar. Hinzu kommt der Gewichts- und Volumenvorteil. Auch wenn der G9 Body nicht mehr als MFT Winzling zu bezeichnen ist: In Summe hat sich das Gewicht meiner Ausrüstung minimum halbiert. Auf meinen Touren zahlt sich das bisher definitiv aus. Ich bin sehr zufrieden und bereue den Wechsel nicht.

Und du so?

Bist du schon auf spiegellos gewechselt? Hast du einen Wechsel vor? Wovon hängt das ab? Oder willst du vielleicht gar nicht wechseln? Dann lasse gerne einen Kommentar da:

Kategorien Ausrüstung

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Naturinteressierter, fotobegeisterter, bloggender Aquarist, geboren in den End-Siebzigern. Fische, Vögel und Insekten sind vor der Kamera beliebteste Objekte. Das ein oder andere "tote" Material wird aber auch hin und wieder abgelichtet. Level: Nicht mehr ganz unten aber Luft nach oben!

7 Kommentare zu “Warum ich mittlerweile mit einer Lumix G9 statt Canon EOS 70D fotografiere

  1. Moin Timo!
    Interessant, deine Ausführungen zum Wechsel! Fänd da einen späteren Erfahrungsbericht mitsamt Fotos spannend (und sicherlich nicht nur ich)!
    Ich empfinde die G9 als eine der interessantesten MFT Kameras. Einen Komplettwechsel zu MFT scheue ich irgendwie (gelegentlich würde mir vielleicht etwas Freistellungspotential fehlen) aber als Zweitkamera liebäugel ich schon lange mit dem System – gerade für Reisen. Gerade heute hat Panasonic übrigens zwei Kameras mit Kleinbildsensor angekündigt.

    Beste Grüße,
    Patrick

  2. Ich besitze seit über 3 Jahren eine Panasonic. Damit habe ich meinen Weg in die Fotografie begonnen und so werde ich auch weiter gehen. Canon und Nikon war mir von Anfang zu klobig, hässlich, unpraktisch, Panasonic war irgendwie selbsterklärend, während sich mir bei Canon und Nikon bei Bedienung und Funktionen Rätsel auftaten.
    Das Rauschen ist für mich das nervigsze, gerade früh morgens im Herbst und Winter, aber mittlerweile habe ich es gelernt zu akzeptieren. Ich möchte meine spiegellose Kamera nie mehr missen!

  3. interessant, das zu lesen….
    ich komme von Nikon, hatte zuletzt die D800, die ja auch ein Brocken ist. Als 2. Kamera habe ich mir dann eine OM10 zugelegt, die mich schon begeisterte, jetzt bin ich bei Lumix gelandet, die GX9 ist es geworden – aus Gewichtsgründen aber auch wegen der Ausstattung, die dieses kleine Wunderwerk bietet. Die Nikon lag nur noch rum, daher habe ich sie kürzlich in andere Hände gegeben.

    • Die GX9 ist auch nicht uninteressant. ich suche ja noch was nettes Zweites. Aber dafür ist die GX9 schon wieder zu gut 😉

  4. Na wenn gehörte bloß die GH5? Freut mich das du zufrieden bist. Ich bereue es auch nicht von Canon umgestiegen zu sein.

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