Nachdem im letzten Beitrag das Thema Frühblüher im Mittelpunkt stand, kannst Du Dich mit wenig Ausrüstung dem nächsten fotografischen Highlight widmen: Derzeit lassen sich sehr gut Kröten und Frösche fotografieren. In Paarungsstimmung zeigen die Lurche tolle Farben und lassen sich im Liebesrausch sehr einfach von Dir ablichten.

Laichwanderung im Frühjahr

Im Frühjahr jeden Jahres begeben sich die vierbeinigen Amphibien auf Laichwanderung in Richtung ruhiger Gewässer. Das können kleine Teiche sein, große Seen, aber auch zu Pfützen wassergefüllte Spurrillen von großen Treckerreifen. Ein sicheres Zeichen jedenfalls, wo sich vermehrt Kröten und Frösche aufhalten können, sind Krötenschutzzäune. Die m0bilen, meist quietschgrünen Schutzzäune siehst Du im Frühjahr häufig am Straßenrand. Vereinzelt gibt es auch stationäre Schutzeinrichtungen, die aus verzinktem Metall bestehen. In meiner Heimatstadt gibt es sogar ein von der Stadt betriebenes Krötenradar. Hier sind alle Schutzmaßnahmen auf einer Karte verzeichnet. Vielleicht kannst Du ein solches auch für Dich ergoogeln? Ansonsten lohnt sich auch immer die Nachfrage bei den örtlichen Naturschutzvereinen wie NABU etc.

Das Schwarzbachtal Bielefeld ist ein typisches Biotop für Kröten und Frösche

Das Schwarzbachtal Bielefeld ist ein typisches Biotop für Kröten und Frösche

Während der Wanderbewegung muss man gar nicht lange suchen. Sobald es etwas wärmer wird, und gleichzeitig eine gewisse Feuchtigkeit herrscht (Aprilschauer!) sind die Tiere besonders in den Morgen- und Abendstunden aktiv. Aber keine Angst: Die hier von mir gezeigten Bilder sind am späten Nachmittag entstanden. Du hast also die Chance, auszuschlafen und die Tiere familienfreundlich während des Nachmittagsspaziergang anzutreffen. Gerade für Kinder auch eine tolle Sache, die kleinen Lurche zu suchen – und zu finden!

Kröten rufen: „Kük, Kük“

Kröten und Frösche findest Du dabei überall entlang Ihrer Wanderroute. Das können Wiesen sein, im Wald auf und unter Falllaub oder verharrend in Bächen und Teichen. Auf dem Landweg verraten sich die Kröten durch Ihren Ruf. Ein amselähnliches, in kurzen Abständen ertönendes Kük Kük verrät Dir Ihre Anwesenheit. Etwas tollpatschig mag Dir auch das ein oder andere Exemplar entgegen gekrabbelt kommen. Frösche sind dagegen etwas stiller.

Bodennah mit Weitwinkel- und Makroobjektiv

Aber hast Du sie gefunden, verharren gerade die Kröten ausdauernd vor Deinem Objektiv. Auch hier nutze ich gerne einen Bohnensack um die Kamera auszutarieren. Du hast die Zeit dazu, wenn Du Dich ruhig verhältst. Die Tiere quittieren Ihr entdecken durch Dich meist mit einer ausgedehnten Starre – in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden. Wenn Du keine hektischen Kameraschwenks vollführst, kommst Du mit einem Weitwinkel (damit lassen sich interessante Tiefen-Effekte erzielen) oder 50mm Makro sehr nah heran.

Wie bei den eingangs erwähnten Frühblühern ist auch bei der Amphibienfotografie das 105mm Sigma Makro mein „immer drauf“. Man hat etwas Distanz zum Tier und die Freistellung bei hoher Lichtstärke erzeugt einen sehr ruhigen Hintergrund. Allerdings gibt es gerade bei Kröten und Fröschen einen Fall, indem Du etwas stärker abblenden kannst:

Kröten-Paarung: Huckepack und Liebestaumel

Wenn Kröten und Frösche sich paaren, klammert sich das Männchen Huckepack an das paarungsbereite Weibchen. Dabei kannst Du auch beobachten, dass ein wahres Lurch-Knäuel entsteht, wenn mehrere Männchen ein Weibchen begatten wollen. Dann lohnt es sich, die Blende weiter zu schließen, um zum Beispiel das Auge beider Tiere gleichsam scharf abzubilden. Das ist aber kein Muss. Das ist eine Frage, Deines persönlichen Fotogeschmacks.

Wenn Du genau hinsiehst, kannst Du auch Fehlgriffe festhalten. So konnte ich ein Teichfrosch-Weibchen beobachten, das von einem Erdkröten-Männchen umschlungen war. So kann es gehen – aber das ist ein tolles Bild. Wenn man in den Brennnesseln liegend die Schärfe nicht verreißt.

Ungleiches Paar: Erdkröte beim Versuch einen Wasserfrosch zu begatten

Ungleiches Paar: Erdkröte beim Versuch einen Wasserfrosch zu begatten

Jacke an, sonst brennt es

Mein spezieller Tipp an Dich: Zieh Dir etwas undurchlässiges an. Mit die ersten Vorboten der Frühlingsvegetation sind – gerade an feuchten Waldlichtungen und in Bachlaufnähe – nicht nur schöne Buschwindröschen und das Scharbockskraut. Brennnessel und Distel durchstoßen früh das Erdreich, und können beim bodennahen Arbeiten für ordentlich Kratzer und Pusteln sorgen. Das tut alles nicht lange weh, aber Du kannst Dir das Leben mit einer festen Jacke und einem gut sitzenden Unterhemd in der Hose doch leichter machen.

So kannst Du auch am Teichrand durch Stacheln und Brennhaare robben, um Kröten und Frösche zu fotografieren. Denn: Gerade in den Gewässern kannst Du derzeit als besonderes Motiv die Laichschnüre der Kröten oder die Laichballen von Fröschen gleich mit ablichten. Ein paar Bilder vom sonnigen Sonntag zeige ich Dir nun als Galerie:

Und Du so?

Und Du? Hast Du auch schon Kröten und Frösche fotografiert? Hast Du jetzt erst richtig Lust bekommen? Findest Du keine geeigneten Stellen oder sind die Tiere bei Dir noch im Winterschlaf? Dann kommentier doch einfach unter diesem Beitrag. Berichte über Deine Erfahrungen oder stelle Deine Fragen. Wenn Du gerne automatisch an den nächsten Beitrag hier im Blog erinnert werden willst, abonniere doch gerne meinen E-Mail-Newsletter. Falls Du Naturfotografie Anfänger bist, lies auch gerne meinen Beitrag „Mit diesen 5 Naturfotografie Tipps machst Du bessere Naturfotos„.