Ich bin ja immer noch die Fortsetzung des Lightroom-Bilder-Suchen Artikels schuldig. Auch wenn ich die Zeit momentan lieber nutze, draußen zu sein, mag ich nicht länger aufschieben. Hiermit folgt nun also Teil Zwei der Mini-Serie, wie ich Ordnung in mein Bilderchaos gebracht habe.

Springen wir gemeinsam nochmal kurz zurück: In Teil Eins habe ich Dir gezeigt, wie ich mit Bewertungen der Bilder umgehe, um schnell und sinnvoll zu einer qualitativen Bewertung meiner Bilder komme. Aber Bewerten und gezieltes Finden von „guten“ und „schlechten“ Bildern ist noch keine ausreichend befriedigende Antwort auf eine Suche. Die Qualität ist nur ein Kriterium, und mit einer eingeschränkten Skalierung (in ganzen Schritten 1-5 Sterne) nur in einem fest definierten Rahmen möglich. Dazu kommt: Selbst wenn Du Dir im Lightroom nur die Bilder anzeigen lässt, die z.B. mehr als drei Sterne haben, ist die Menge irgendwann immer noch zu groß, schnell das zu finden, was Du suchst. Es bleibt mehr oder weniger bei Glückstreffern.

Lightroom Schlagworte als qualitatives Kriterium

Erst mit der Verschlagwortung ändert sich das. Denn mit Stichworten kannst Du die bewerteten Bilder weiter filtern. Und zwar qualitativ. Eine Auswahl bewerteter Bilder kannst Du dadurch in Bilder einer bestimmten Kategorie oder Motive einteilen. Mit der Stichwort Funktion in Lightroom (im Bibiotheksmodul) erhalten Deine Bilder ein beliebig skalierbares Kriterium, was Du nach Deiner Fotografie bzw. Deinen Bedürfnissen frei nutzen kannst.

Und das geht wirklich ganz einfach – wenn Du es unkompliziert hältst. Wie die Bewertung soll die Verschlagwortung Dir helfen, und nicht im Gegenteil mehr Arbeit machen. Wenn Du Dir die Stichwortfunktion schon einmal angesehen hast, hast Du vielleicht schon gemerkt, dass es theoretisch reicht, für ein Bild in das Freitextfeld die entsprechenden Schlagworte einzutippen.

Hierarchie meiner Stichworte in Lightroom (Auszug)

Hierarchie meiner Stichworte in Lightroom (Auszug)

Allerdings wird das in der Stichwortvergabe irgendwann unübersichtlich, so dass Lightroom die Möglichkeit bietet, dass Du die Stichworte hierarchisch pflegen kannst. Anstatt das Stichwort „Möwe“ zu vergeben, kannst Du auch eine ganze Kette in das Feld eintragen. Zum Beispiel: „Tiere > Vögel > Möwe“. Der Forscher in Dir mag vielleicht gerne komplexe wissenschaftliche Taxonomien abbilden. Dank des hierarchischen Aufbaus der Lightroom Stichwortlisten auch kein Problem. Eine Kette musst Du im Übrigen auch nur einmal eingeben. Solltest Du irgendwann wieder „Möwe“ vergeben, legt Lightroom das Stichwort nicht doppelt an, sondern weiß, dass Du die Möwe meinst, die ein Vogel und damit ein Tier ist.

Bilder verschlagworten: Die richtige Strategie

Aber genau das kann Dich auch einschränken. Ein Beispiel aus meiner Fotografie sind die Rieselfelder Windel. Und genau dort gibt es einen Turm. Eine mögliche Kette wäre nun „Orte > Bielefeld > Rieselfelder Windel > Turm“. Genauso wie eine mögliche andere Kette lauten würde: „Architektur > Gebäude > Turm“. An solch einer Stelle musst Du Dich entscheiden. Ist der Turm besser als Gebäude beschrieben oder als Bestandteil der Örtlichkeit.

Ich empfehle Dir, die Dinge die Du auf Deinen Bildern siehst möglichst unabhängig voneinander zu beschreiben. Türme gibt es nicht nur an einer Stelle. Ich denke Du stimmst mir zu, dass die Einsortierung als Bauwerk die sinnvollere Kategorisierung ist. Gleichwohl vergebe ich für das Bild auch das Stichwort „Rieselfelder Windel“. Denn dort wurde er fotografiert. In einer Suchabfrage nach den Metadaten spielt es dann schlichtweg keine Rolle mehr. Zumindest dann nicht, wenn Du die Bilder in der Bibliothekmittels Volltextsuche (STRG-F) suchst. Und in der Definitionsfrage zu verlieren brauchst Du Dich am Anfang erst recht nicht.

Bewertete Bilder zu einem Thema: Mit "Rieselfelder Windel" verschlagwortete Bilder mit mindestens 3 Sternen

Bewertete Bilder zu einem Thema: Mit „Rieselfelder Windel“ verschlagwortete Bilder mit mindestens 3 Sternen

Fang einfach an! Lass Dich nicht verunsichern, dass zu viele Vorüberlegungen von Nöten wären. Du vergibst Schlagworte und meißelst nicht unwiderruflich in Stein. Verschieben und sortieren kannst Du die Schlagworte in Deiner Hierarchie immer noch. Es ergeben sich dann einfach andere Ketten, auf die Suche nach einem bestimmten Schlagwort hat das keinen Einfluss. Das Schlagwort an sich bleibt ja immer das gleiche.

Singular oder Plural und Eis oder Eis?

Und auch die Anzahl der Schlagworte sind nicht fix. Wenn Du beim nächsten Mal, wenn Du Bilder betrachtest, der Meinung bist, dass ein weiteres Schlagwort gut passt: Vergib es. Das hilft Dir mehr, als keines zu vergeben.

Natürlich wirst Du irgendwann auch auf Problemstellen stoßen. Die wirst Du auch nicht wegverschlagworten können. So wie ich die Lightroom Stichworte nutze bin ich auf zwei Fragen gestoßen, die ich nicht beantworten kann. Ich kriege sie auch nicht weg – sie behindern aber nicht über Gebühr, da ich meine Suche dann einfach anpasse. Und zwar:

  1. Verschlagworte ich im Singular oder im Plural?
  2. Was ist mit unterschiedlichen Bedeutungen eines Wortes?

Das erste Problem ist nur ein Problem wenn man eines draus macht. Die Deutsche Sprache erlaubt es nicht, dass man nicht einfach ein „s“ an ein Wort hängt um den Plural zu bilden. An der Stelle habe ich aufgehört zu überlegen. Und empfehle Dir das auch. Suche stattdessen zukünftig einfach nach Plural und Singular. Das ist einfacher.

Die Frage nach der Bedeutung ist schwierigier. Ein „Eis“ kann ein leckeres Dessert sein, aber auch die zugefrorene Wasseroberfläche eines Sees. Ich habe dafür keine Lösung für Dich – zumindest dann nicht, wenn Du das „Eis“ hierarchisch abbilden willst. Die Strategie muss hier sein, entweder genauer zu werden als Eis – „Speiseeis“ / „Eisdecke“ kann eine Lösung sein – oder Du kannst „Eis“ nicht hierarchisch einordnen. Beide Varianten sind denkbar. Ich habe mich für letzteres entschieden.

Der auch denkbare, gegenteilige Fall ist einfacher zu lösen. Hast Du Bilder vom „Fischreiher“ und möchtest ihn auch unter „Graureiher“ finden, hält Lightroom die Möglichkeit bereit, Stichwörtern Synonyme zu geben. Durchaus praktisch, aber auch hier kannst Du grundsätzlich Dein Suchverhalten abstimmen, und grundsätzlich beide Varianten suchen.

Suchst Du noch oder verschlagwortest Du schon?

Damit will ich den zweiten Beitrag zum Bilder suchen in Lightroom zum Ende kommen lassen. Wie ist es bei Dir? Verschlagwortest Du bereits oder hast Du Dich bisher nicht getraut? Denkst Du es ist zu viel Arbeit? Konnte ich Dich überzeugen, dass das gar nicht so schwer ist, wie man zu Anfang denkt? Oder hast Du den ein oder anderen Tipp, von dem alle profitieren können?

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Zu Teil 1 (Wie Du das Bilder suchen in Lightroom in den Griff bekommst)